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#1477 Zum Schweigen gezwungen (Sendschreiben 01)

Episode Summary

Zum Schweigen gezwungen (Sendschreiben 01) Aber eine Stimme, die bis heute nachhallt

Episode Notes

Zum Schweigen gezwungen (Sendschreiben 01)
Aber eine Stimme, die bis heute nachhallt


MONATSTHEMA SEPTEMBER 2026 – Gottes Briefe an die ersten Gemeinden

Die Insel Patmos im Ägäischen Meer wirkt auf den ersten Blick nicht gerade wie ein Touristenmagnet. Sie ist aus einem anderen Grund in die Geschichte eingegangen als der Ort, der einen außerordentlichen geistlichen Helden an dessen Lebensabend beherbergte. Johannes war der letzte Überlebende aus der ursprünglichen Zwölfermannschaft, die drei Jahre lang Tag und Nacht mit Jesus unterwegs war, und ihren Glaubensmut schließlich mit dem Leben bezahlte. Für Johannes wurde eine andere Strafe beschlossen. Er wurde auf die Insel Patmos verbannt „um des Wortes Gottes und um des Zeugnisses Jesu willen“ (Offb 1,9). Unter dem römischen Kaiser Domitian (81-98 nach Christus) nahm die Verfolgung der Christen rasant zu. Die Weigerung der Christen, dem Kaiser als Gott zu huldigen, wurde als Hochverrat bestraft. Wegen seiner öffentlichen Verkündigung des Evangeliums wurde Johannes als politischer Gefangene auf die abgelegene Insel Patmos verbannt und isoliert, in der Annahme, dass er dort für immer außer Gefecht war. Die Ironie dieser Entscheidung ist dramatisch, noch nie ging ein Schuss auf solch spektakuläre Weise nach hinten los. Denn gerade in der Aussichtslosigkeit einer lebenslangen Strafe, die schlimmer als ein Todesurteil gewesen sein muss, verfasst Johannes Texte, die das Fenster zum Himmel öffnen. Wir, seine Leser, dürfen über seine Schulter schauen – und staunen!